Abbrecherquoten reduzieren durch Schulsozialarbeit
Im Regio Klinikum Elmshorn werden Auszubildende der Generation Z über die gesamte Ausbildungsdauer von einer Sozialpädagogin bei ausbildungsrelevanten und privaten Fragen und Problemen unterstützt.
23.01.2024, Update 21.08.2026
Regio Kliniken GmbH – Klinikum Elmshorn
Melanie Tulke, Natascha Hoffmann, Nicole Molzen
Konzertierte Aktion Pflege
Abbrecherquoten reduzieren durch Schulsozialarbeit
Projektanlass
Die Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen ist in den vergangenen Jahren deutlich komplexer geworden. Neben dem anhaltenden Fachkräftebedarf verändern sich die Anforderungen an Ausbildung durch heterogene Bildungsbiografien, unterschiedliche persönliche und soziale Ausgangslagen, zunehmende Internationalisierung sowie steigende Anforderungen an die individuelle Begleitung von Auszubildenden und Studierenden. Der Ausbildungserfolg hängt dabei nicht allein von fachlichen Kompetenzen ab. Persönliche, soziale, finanzielle, familiäre oder aufenthaltsrechtliche Herausforderungen können sich ebenso auf Lernprozesse, Anwesenheit, Motivation und Ausbildungsstabilität auswirken.
Projektumsetzung
Vor diesem Hintergrund wurde bereits 2021 ein Konzept zur Schulsozialarbeit entwickelt und im Februar 2022 erstmals eine sozialpädagogische Stelle eingerichtet. Seitdem begleitet die Schulsozialarbeit die Auszubildenden des Bildungszentrums sowie zunehmend berufsgruppenübergreifend Lernende in den verschiedenen Ausbildungs- und Praxisstrukturen der Regio Kliniken GmbH. Das Angebot ist niedrigschwellig, freiwillig, vertraulich und an der Lebenswelt der Auszubildenden und Studierenden orientiert. Die Schulsozialarbeit arbeitet dabei nicht isoliert, sondern ist strukturell in das Bildungszentrum und die praktische Ausbildung eingebunden. Sie steht im kontinuierlichen Austausch mit Schulleitung, Lehrpersonen, Praxisanleitenden, Ausbildungskoordinationen, Führungskräften und weiteren an der Ausbildung beteiligten Personen und übernimmt damit unter Wahrung der Schweigepflicht eine wichtige Schnittstellen- und Brückenfunktion zwischen Lernort Schule, Lernort Praxis und persönlicher Lebenswelt. Aufgrund der wachsenden und zunehmend heterogenen Zielgruppe wurde das Angebot zwischenzeitlich auf zwei Schulsozialarbeiterinnen erweitert. Eine der beiden Stellen setzt einen besonderen Schwerpunkt auf die Begleitung internationaler Auszubildender und deren spezifische Herausforderungen im Ausbildungs- und Integrationsprozess. Insbesondere internationale Auszubildende können durch diesen Schwerpunkt gezielter bei Herausforderungen unterstützt werden, die beispielsweise durch sprachliche Barrieren, kulturelle Unterschiede, fehlende soziale Netzwerke, behördliche Angelegenheiten oder die Orientierung in einem neuen Ausbildungs- und Lebensumfeld entstehen.
Projektbeurteilung
Die Schulsozialarbeit hat sich seit ihrer Einführung von einem innovativen Projekt zu einem festen Bestandteil der Ausbildungsbegleitung der Regio Kliniken GmbH entwickelt. Seit Einführung des Angebots zeigen sich positive Entwicklungen hinsichtlich der Stabilisierung von Ausbildungsverläufen, der frühzeitigen Bearbeitung individueller Problemlagen sowie der Zusammenarbeit zwischen Auszubildenden, Bildungszentrum und praktischen Ausbildungsbereichen. Gleichzeitig trägt die Schulsozialarbeit zur Entlastung von Lehrpersonen und Praxisanleitenden bei, da psychosoziale Fragestellungen professionell aufgegriffen und begleitet werden können. Die hohe Verbleibquote nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung sowie die Entwicklung der Abbruch- und Prüfungsergebnisse werden kontinuierlich betrachtet. Die Schulsozialarbeit ist hierbei als ein wesentlicher Baustein innerhalb eines Gesamtkonzeptes zur Sicherung von Ausbildungsqualität, Ausbildungserfolg und nachhaltiger Fachkräftebindung zu verstehen.
Daten zum Modell
23.01.2024, Update 21.08.2026
Regio Kliniken GmbH – Klinikum Elmshorn
Melanie Tulke, Natascha Hoffmann, Nicole Molzen
Konzertierte Aktion Pflege
Abbrecherquoten reduzieren durch Schulsozialarbeit
Anschrift | Regio Kliniken GmbH, Ramskamp 71–75, 25337 Elmshorn Agnes-Karll-Allee 17 25337 Elmshorn
Geschäftsführer: Gundolf Thurm, Regina Hein Ärztliche Direktoren: Prof. Dr. Max Nedelmann (Chefarzt Klinik für Neurologie), PD Dr. Hamid Mofid (Chefarzt Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie) Leitung Pflege und Klinische Prozesse: Nicole Molzen (standortübergreifend) |
Website | |
Ansprechpartnerinnen der Maßnahme | Melanie Tulke, Medizinpädagogin (M. Ed.), Leitung Bildungszentrum Regio Kliniken GmbH |
| Struktur- und Leistungsdaten | |
Anzahl der Betten im gesamten Krankenhaus Anzahl Betten: |
499 Betten |
Ärzt:innen Ärztinnen und Ärzte gesamt (ohne Belegärzt:innen, Vollkräfte) |
141 Vollkräfte |
Pflegepersonal Gesundheits- und Krankenpfleger:innen Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger:innen: Altenpfleger:innen Pflegefachpersonen (Pflegefachfrau/-mann) Pflegefachpersonen BSc Krankenpflegehelfer:innen (KPH) Pflegehelfer:innen (PH) |
298 Vollkräfte 5 Vollkräfte 29 Vollkräfte 14 Vollkräfte 1 Vollkraft 15 Vollkräfte 2 Vollkräfte |
Ausgangslage
Ausgangspunkt für die Entwicklung der Schulsozialarbeit waren mehrere parallele Entwicklungen:
zunehmender Fachkräftebedarf in den Gesundheitsberufen,
Veränderungen der Ausbildungsstrukturen und gesetzlichen Rahmenbedingungen,
zunehmende Internationalisierung der Ausbildung,
steigende Anforderungen an die Begleitung heterogener Lerngruppen durch Lehrpersonal,
unterschiedliche schulische, soziale und kulturelle Ausgangsvoraussetzungen,
persönliche und psychosoziale Belastungen, die den Ausbildungserfolg beeinflussen können,
zunehmende Komplexität an der Schnittstelle Theorie und Praxis,
frühzeitige Prävention von Ausbildungsabbrüchen und nachhaltige Förderung des Ausbildungserfolgs
Am Projekt beteiligte Berufsgruppen/Personen
- Geschäftsführung, Leitung Pflege und klinische Prozesse, Schulleitung, Schulteam, Lehrpersonen, Praxisanleitende, Führungskräfte der praktischen Einsatzbereiche
Externe Projektförderung und Kooperationen
- Keine externe Projektförderung.
- Die Stelle der Sozialpädagogin wird über das Gesamtunternehmen finanziert.
- Bei Unterstützungsbedarfen, die über das eigene Beratungsangebot hinausgehen, erfolgt eine bedarfsgerechte Vermittlung und Zusammenarbeit mit internen und externen Beratungs-, Unterstützungs- und Hilfesystemen.
Ziele:
- Veränderte Bedürfnisse, Lebenslagen und Herausforderungen der Auszubildenden wahrnehmen und frühzeitig Unterstützungsangebote ermöglichen.
- Chancengerechtigkeit bei unterschiedlichen sozialen, sprachlichen, kulturellen und persönlichen Ausgangsvoraussetzungen fördern.
- Schulsozialarbeit als niedrigschwelliges, freiwilliges und vertrauliches Angebot dauerhaft in die Ausbildung integrieren.
- Persönlichkeitsentwicklung, Selbstständigkeit, Selbstwirksamkeit, soziale Kompetenz und gesellschaftliche Teilhabe fördern.
- Ausbildungsabbrüchen und vermeidbaren Fehlzeiten durch frühzeitige Unterstützung entgegenwirken.
- Ausbildungserfolg und Ausbildungsstabilität fördern.
- Die Bindung der Auszubildenden an Ausbildung, Beruf und Unternehmen durch Wertschätzung und verlässliche Unterstützung stärken.
- Lehrpersonen, Praxisanleitende und weitere an der Ausbildung beteiligte Personen bei psychosozialen Fragestellungen entlasten und klare Verantwortlichkeiten schaffen.
- Die Zusammenarbeit zwischen theoretischer und praktischer Ausbildung stärken.
- Internationale Auszubildende bei ihrer sozialen, betrieblichen und ausbildungsbezogenen Integration gezielt unterstützen.
- Bei weiterführendem Unterstützungsbedarf frühzeitig geeignete interne und externe Hilfesysteme einbeziehen.
Zielgruppen:
Das Angebot richtet sich berufsgruppenübergreifend an die Lernenden im Bildungszentrum und in den zugehörigen Ausbildungsstrukturen, insbesondere an:
- Auszubildende zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann,
- Auszubildende in der Krankenpflegehilfe bzw. perspektivisch den sich weiterentwickelnden Pflegeassistenzstrukturen,
- Auszubildende der Operationstechnischen Assistenz (OTA),
- Auszubildende der Anästhesietechnischen Assistenz (ATA),
- Medizinische Fachangestellte (MFA),
- internationale Auszubildende mit zusätzlichen integrationsbezogenen Unterstützungsbedarfen,
- Studierende, die praktische Ausbildungsanteile im Unternehmen absolvieren, unter anderem Hebammenstudierende.
Damit entwickelt sich die Schulsozialarbeit von einem ursprünglich aus der Pflegeausbildung heraus entstandenen Angebot zu einem interprofessionellen Unterstützungsangebot innerhalb der Bildungs- und Ausbildungsstrukturen des Unternehmens.
Eingeführte Maßnahmen:
Die Schulsozialarbeit ist ein professionelles psychosoziales Angebot für die Auszubildenden und fest in den Bildungs- und Ausbildungsalltag integriert.
Im Mai 2021 wurde hierzu ein entsprechendes Konzept entwickelt und der Geschäftsführung vorgestellt. Auf dieser Grundlage erfolgte die Entwicklung eines Stellenprofils und im Februar 2022 die Einstellung einer Sozialpädagogin in Vollzeit. Zum Zeitpunkt der Einführung gehörte das Bildungszentrum damit zu den Vorreitern: Die Stelle war die erste dieser Art an einem Bildungszentrum für Gesundheitsfachberufe in Schleswig-Holstein; auch bundesweit gab es zu diesem Zeitpunkt nur vier vergleichbare Einrichtungen mit sozialpädagogischer Unterstützung.
Die insgesamt zwei Schulsozialarbeiterinnen stellen sich den Auszubildenden zu Beginn der Ausbildung persönlich in den Kursen vor, informieren über Kontaktmöglichkeiten und Erreichbarkeit und erläutern die Freiwilligkeit und Vertraulichkeit des Angebotes.
Die Schulsozialarbeit ist in geeignete Gruppen- und Kursformate eingebunden. Hierzu gehört unter anderem der zweimal pro Ausbildungsblock stattfindende Kursrat. Im Kursrat werden beispielsweise Kommunikation, soziale Kompetenzen, Verantwortungsübernahme und gemeinsame Problemlösungsstrategien gefördert.
Ein datenschutzkonformer Chat bietet eine zusätzliche niedrigschwellige Kontaktmöglichkeit. Auszubildende können auf diesem Weg unkompliziert einen ersten Kontakt zur Schulsozialarbeit herstellen.
Um mögliche Hemmschwellen weiter zu reduzieren, können sich Auszubildende bei Bedarf auch gemeinsam mit einer anderen Auszubildenden bzw. einem anderen Auszubildenden oder einer Lehrperson an die Schulsozialarbeit wenden.
Die Schulsozialarbeit bietet lebensweltorientierte Beratung und Unterstützung bei unterschiedlichen Problemlagen. Hierzu gehören schulische und ausbildungsbezogene Herausforderungen ebenso wie persönliche, familiäre, soziale, finanzielle und behördliche Fragestellungen.
Bei multiplen oder komplexen Problemlagen unterstützt die Schulsozialarbeit dabei, Herausforderungen zu strukturieren, Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln und notwendige Schritte zu priorisieren. Bei Bedarf erfolgt eine Vermittlung an geeignete interne oder externe Fachstellen.
Die Intensität der Begleitung orientiert sich am individuellen Bedarf. Teilweise ist ein einzelnes Beratungsgespräch ausreichend, während in anderen Fällen längerfristige Begleitprozesse erforderlich sind.
Lernberatung, Lerncoaching und Einzelfallhilfe ergänzen das sozialpädagogische Angebot.
Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements, das die Schulsozialarbeit mit übernimmt, wird die Gesundheitskompetenz der Auszubildenden gestärkt. Dazu gehören beispielsweise Angebote zu Stressbewältigung, Selbstfürsorge und einem gesundheitsförderlichen Umgang mit Belastungssituationen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt mittlerweile auf der Begleitung internationaler Auszubildender. Neben allgemeinen psychosozialen Unterstützungsangeboten können unter anderem Fragen der sozialen und betrieblichen Integration, kulturell oder kommunikativ bedingte Herausforderungen, behördliche Angelegenheiten sowie die Orientierung im deutschen Ausbildungs-, Arbeits- und Lebensumfeld aufgegriffen werden.
Die Schulsozialarbeit übernimmt eine Brückenfunktion zwischen schulischer und praktischer Ausbildung sowie zwischen Auszubildenden, Lehrpersonen, Praxisanleitenden, Führungskräften und weiteren an der Ausbildung beteiligten Personen.
Die bestehenden Angebote werden kontinuierlich an neue Zielgruppen, Ausbildungsstrukturen und Unterstützungsbedarfe angepasst.
Kommunikation zwischen der Schulsozialarbeit und dem Schulteam:
- proaktiver und bedarfsorientierter Austausch unter Wahrung der Schweigepflicht,
- Beratung von Praxisanleitenden und weiteren an der Ausbildung beteiligten Mitarbeitenden bei Herausforderungen im Zusammenhang mit Auszubildenden,
- gemeinsame Entwicklung geeigneter Unterstützungswege aus unterschiedlichen professionellen Perspektiven.
- Auszubildende dürfen im letzten Drittel ihrer Ausbildung als Kurs eine Station leiten und werden dabei von Praxisanleiterinnen und Praxisanleitern sowie von der Sozialpädagogin unterstützt.
- Es werden Fachweiterbildungen für ausgebildete Pflegefachpersonen angeboten.
Kommunikation zwischen der Schulsozialarbeit und dem Schulteam:
- Die Schulsozialarbeit ist als professionelle Anlaufstelle für psychosoziale und persönliche Problemlagen der Auszubildenden etabliert.
- Dadurch werden Verantwortlichkeiten klarer abgegrenzt und Lehrpersonen entlastet.
- Bei Bedarf werden unter anderem kollegiale Fallberatungen angeboten.
- Etabliertes Pflegefachpersonal hat durch die Schulsozialarbeit mehr Verständnis für die Auszubildenden entwickeln können.
- Die Schulsozialarbeit kann unterstützend in besondere Ausbildungsprojekte und praxisorientierte Lernformate eingebunden werden.
Auswirkungen der Neuerungen auf die Berufsgruppen und das Klinikum:
- Im Pflegealltag werden positive Veränderungen hinsichtlich geringerer Fehlzeiten der Auszubilden und ein höheres Engagement wahrgenommen.
- Individuelle Lebenslagen und unterschiedliche Ausgangsvoraussetzungen von Auszubildenden werden stärker in die Ausbildungsbegleitung einbezogen.
- Problemlagen können frühzeitiger wahrgenommen und bearbeitet werden, bevor sie sich verfestigen oder den weiteren Ausbildungsverlauf gefährden.
- Lehrpersonen, Praxisanleitende und Führungskräfte werden bei Fragestellungen entlastet, die über ihren originären fachlichen bzw. pädagogischen Auftrag hinausgehen.
- Die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Bildungszentrum, praktischen Ausbildungsbereichen und Auszubildenden wird gestärkt.
- Die unterschiedlichen professionellen Perspektiven fördern ein besseres gegenseitiges Verständnis und einen differenzierten Umgang mit herausfordernden Ausbildungssituationen.
- Die Schulsozialarbeit unterstützt eine wertschätzende, lernförderliche und lösungsorientierte Ausbildungskultur.
- Die gezielte Begleitung internationaler Auszubildender unterstützt deren Integration in Ausbildung, Praxis und Unternehmen.
- Die Stabilisierung von Ausbildungsverläufen und die Förderung erfolgreicher Ausbildungsabschlüsse leisten einen Beitrag zur langfristigen Fachkräftesicherung.
- An sogenannten Markttagen werden den Auszubildenden frühzeitig berufliche Perspektiven und Möglichkeiten für einen Verbleib im Unternehmen nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss aufgezeigt.
Übernahme in die Regelversorgung:
- Die Schulsozialarbeit ist im Unternehmen und im Bildungszentrum fest etabliert und hat den Charakter eines zeitlich begrenzten Projektes verlassen.
- Schulsozialarbeit ist heute Bestandteil einer ganzheitlichen Ausbildungsbegleitung und ergänzt die fachliche und pädagogische Begleitung durch eine eigenständige sozialpädagogische Perspektive.
- Die vollständige Finanzierung durch das Unternehmen unterstreicht die strategische Bedeutung, die der Schulsozialarbeit für Ausbildungsqualität und Fachkräftesicherung beigemessen wird.
Projektbeurteilung:
Die Ausbildungsabbrüche, das Nichtbestehen bei Prüfungen und die Verbleibquote der Auszubildenden nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung werden stetig evaluiert:
- Auch das Nichtbestehen in Prüfungen war im Jahr 2023 deutlich niedriger als in den Jahren davor.
- 95 % der Auszubildenden bleiben nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung im Unternehmen.
- Die Hälfte der im Unternehmen ausgebildeten Krankenpflegehelferinnen bzw. Krankenpflegehelfer bleiben im Unternehmen, die andere Hälfte entscheidet sich nach der Ausbildung für die 3-jährige Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann.
- Die Abbrecherquote konnte seit Einführung des Angebotes deutlich reduziert werden.
- Die beobachteten Entwicklungen sind nicht ausschließlich auf eine einzelne Maßnahme zurückzuführen. Die Schulsozialarbeit ist vielmehr als wesentlicher Baustein eines umfassenden Gesamtkonzeptes aus qualitativ hochwertiger theoretischer und praktischer Ausbildung, professioneller Praxisanleitung, individueller Förderung und verlässlichen Unterstützungsstrukturen zu verstehen.
- Das Konzept der Schulsozialarbeit wurde mit dem Sana Innovationspreis ausgezeichnet
Rückblickend als besonders erfolgreich betrachtet:
- Zügige Konzeption und Einstellung der Sozialpädagogin, die sich schnell und gut in das Schulteam eingefunden hat.
- Verständnis zwischen den Generationen (Auszubildenden und Pflegefachpersonal) ist gewachsen.
- Ausfallzeiten der Auszubildenden konnten reduziert werden.
- Die Bedarfe der Auszubildenden und die Bedarfe der Regio Kliniken GmbH konnten aufeinander angepasst werden, und die Auszubildenden arbeiten perspektivisch auch als gut ausgebildete und engagierte Pflegefachpersonen im Unternehmen.
- Höhere Patientenzufriedenheit durch die Unterstützung der Auszubildenden.
- Die frühzeitige Entwicklung des Konzeptes und die Entscheidung, sozialpädagogische Expertise strukturell in die Ausbildung zu integrieren.
- Die nachhaltige Etablierung der Schulsozialarbeit im Bildungszentrum und in den praktischen Ausbildungsstrukturen.
- Die hohe Akzeptanz des niedrigschwelligen und vertraulichen Beratungsangebotes bei den Auszubildenden.
- Die Entlastung von Lehrpersonen und Praxisanleitenden durch eine professionelle sozialpädagogische Anlaufstelle.
- Die Förderung von Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit der Auszubildenden.
- Die offene Kommunikationskultur zwischen Schulsozialarbeit, Schulteam, Praxisanleitenden, Führungskräften und weiteren an der Ausbildung beteiligten Personen.
- Die Weiterentwicklung von einem zunächst vorwiegend pflegebezogenen Angebot zu einer berufsgruppenübergreifenden Unterstützungsstruktur.
- Die Etablierung eines eigenen Schwerpunktes für internationale Auszubildende als Reaktion auf die zunehmende Internationalisierung.
- Die Verbindung individueller Unterstützung mit den strategischen Zielen des Unternehmens hinsichtlich Ausbildungsqualität, erfolgreicher Ausbildungsabschlüsse und langfristiger Fachkräftebindung.
- Der Schwerpunkt zur Begleitung internationaler Auszubildender wird bedarfsgerecht weiterentwickelt und stärker mit den bestehenden Strukturen der theoretischen und praktischen Ausbildung verzahnt.
- Neben der individuellen Beratung sollen präventive Angebote weiter ausgebaut werden, beispielsweise zu Resilienz, Stressbewältigung, Selbstorganisation, Kommunikation, Konfliktkompetenz und Gesundheitskompetenz.
- Die berufsgruppenübergreifende Ausrichtung wird entsprechend der Weiterentwicklung des Bildungszentrums fortgeführt. Hierbei werden neben den Pflegeausbildungen insbesondere OTA/ATA, MFA sowie Studierende in den praktischen Ausbildungsstrukturen berücksichtigt.
- Die Nutzung und Wirkung der Angebote soll zunehmend systematisch evaluiert werden, um Unterstützungsbedarfe frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.
- Die personellen Ressourcen der Schulsozialarbeit werden regelmäßig vor dem Hintergrund der Ausbildungszahlen, der zunehmenden Internationalisierung und der Komplexität der Beratungs- und Begleitungsbedarfe überprüft.
